Sind Onlinekurse Zeitverschwendung?

Eine Weiterbildung bequem von zu Hause aus absolvieren, statt für einen Seminartag anzureisen, im Schulungsraum zu sitzen und dafür womöglich eine komplette Schicht umzuplanen – für viele Pflegekräfte klingt das erst einmal attraktiv. Gleichzeitig bleibt eine wichtige Frage: Ist eine Online-Weiterbildung in der Pflege überhaupt anerkannt oder ist ein digitales Zertifikat am Ende weniger wert als eine klassische Präsenzfortbildung?

Die Faktoren für eine Anerkennung

Die Antwort lautet: Online ist nicht automatisch weniger anerkannt. Entscheidend sind bei Weiterbildungen ihre Inhalte, ihr Umfang, der Anbieter und die jeweils geltenden Anerkennungs­voraussetzungen. Auch bei Pflicht­fortbildungen gibt es klare Regelungen, die digitale Formate ausdrücklich berücksichtigen.

Für Pflegefachkräfte, Praxis­anleiterinnen und Praxisanleiter sowie Betreuungskräfte kann eine Online-Fortbildung oder Weiterbildung deshalb eine seriöse und praxisnahe Möglichkeit sein, berufliche Pflichten zu erfüllen und gleichzeitig die eigene Qualifikation weiterzuentwickeln.

Mit dem Wort „anerkannt“ können im alltäglichen Sprach­gebrauch mit Blick auf Weiter­bildungs­angebote völlig unterschiedliche Dinge gemeint sein. Hier lohnt sich ein Blick auf den Begriff und was genau dahinter­steckt.
Eine Weiter­bildung kann beispielsweise staatlich zugelassen sein, über eine Zulassung nach der AZAV verfügen oder die Möglichkeit bieten, Fortbildungs­punkte für die Registrierung beruflich Pflegender zu erwerben. Auch gesetzliche Vorgaben können bestimmen, ob eine bestimmte Fort­bildung für eine Pflicht­fort­bildung ausreicht. Daher sollte man diese Formen der Anerkennung nicht grundsätzlich miteinander gleichsetzen.

Ein wichtiger Ansprech­partner für Fern­unterricht ist die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU). Sie ist die zuständige Stelle der Länder für die Zulassung von Fernlehrgängen nach dem Fern­unterrichts­schutz­gesetz. Dabei spielt unter anderem die konkrete Ausgestaltung des Lernangebots eine Rolle. Digitale Echtzeit-Veranstaltungen und zeitunabhängige Lernangebote werden dabei unterschiedlich betrachtet.

Auch die AZAV erfüllt einen anderen Zweck. Sie regelt die Zulassung von Bildungsträgern und Weiter­bildungs­maßnahmen im Bereich der Arbeits­förderung. Bei entsprechend zugelassenen Maßnahmen kann beispiels­weise eine Förderung über die Agentur für Arbeit in Betracht kommen. Die Zulassung erfolgt über eine fachkundige Stelle.

Und dann gibt es noch die Registrierung beruflich Pflegender (RbP). Hier können Pflegefachkräfte Fortbildungspunkte für ihre berufliche Weiterentwicklung sammeln. Besonders interessant für Online-Fortbildungen: Die RbP weist ausdrücklich darauf hin, dass digitale Formate Präsenzformaten gleichgestellt sind.

Das zeigt bereits: Die Frage sollte weniger lauten, ob eine Fortbildung online stattfindet. Viel wichtiger ist, welche Anforderungen die konkrete Fortbildung erfüllt.

Online-Fortbildungen

Für Praxis­anleiterinnen und -anleiter

Bei Pflichtfortbildungen gibt es inzwischen sehr klare Regelungen, die es zu beachten gilt. Nehmen wir zum Beispiel Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter. Nach der Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV) müssen sie der zuständigen Behörde jährlich mindestens 24 Stunden kontinuierliche Fortbildung nachweisen. Gleichzeitig stellt die Verordnung ausdrücklich klar, dass eine vollständig digitale Durchführung für diese Fortbildung zulässig ist. Der Anbieter muss die Teilnahme am digitalen Lehrformat feststellen.

Eine Pflichtfortbildung für Praxisanleiter kann also ausdrücklich online absolviert werden und stellt keine minderwertige „Fortbildung light“ dar. Hier zeigt sich, warum Online-Fortbildungen im Pflegebereich für viele Berufstätige interessant sind. Schichtdienst, wechselnde Arbeitszeiten und ein eng getakteter Berufsalltag machen es nicht immer einfach, zusätzlich mehrere Präsenztermine zu organisieren.

Wichtig ist zu beachten, was eine hochwertige Online-Fortbildung ausmacht. Es geht nicht einfach darum, ein Lernvideo abzuspielen und anschließend einen Download-Link für ein Zertifikat zu erhalten. Vielmehr wird ein strukturierter Lernprozess geschaffen, der verschiedene Lernformen miteinander verbindet.

Die wichtigsten Faktoren

Was macht eine gute Online-Weiterbildung in der Pflege aus?

Klare Lernziele

Eine seriöse Weiterbildung sollte nachvollziehbar machen, welches Wissen beziehungsweise welche Kompetenzen vermittelt werden.

Qualifizierte Lernkräfte

Pflege ist ein anspruchsvolles Berufsfeld, dessen Inhalte von fachlich erfahrenen Dozentinnen und Dozenten vermittelt werden sollte.

Strukturierte Lernmaterialien

Professionelle Weiterbildung besteht aus mehr als nur Videoclips. Gute Unterlagen helfen bei der Vertiefung und Wiederholung aller Inhalte.

Persönlicher Austausch

Auch online sollte Weiterbildung Raum für Fragen, Diskussionen und den Austausch über Erfahrungen aus dem Berufsalltag bieten.

Dokumentierte Teilnahme

Gerade bei Pflichtfortbildungen ist entscheidend, dass nachvollziehbar ist, welche Inhalte bearbeitet und in welchem Umfang teilgenommen wurde.

Technische Voraussetzungen

Digitale Lernplattformen sollten sowohl übersichtlich als auch einfach zu bedienen sein, damit man sich auf die Inhalte konzentrieren kann.

ZFU, AZAV, RbP: Was bedeutet das?

AUDITORIUM® südwestfalen erfüllt alle oben genannten Merkmale und bietet unter anderem ZFU-zugelassene Fernstudiengänge sowie nach AZAV zugelassene Bildungsmaßnahmen an. Bei einzelnen Weiterbildungen werden außerdem Fortbildungspunkte der Registrierung beruflich Pflegender (RbP) ausgewiesen. Doch was ist das alles eigentlich genau?

Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht ist für die Zulassung von Fernlehrgängen nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz zuständig.

Die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung regelt unter anderem die Zulassung von Bildungsträgern und Maßnahmen im Bereich der Arbeitsförderung. Eine entsprechende Maßnahmezulassung kann beispielsweise Voraussetzung für eine Förderung über Bildungsgutscheine sein.

Die Registrierung beruflich Pflegender ermöglicht es professionell Pflegenden, Fortbildungspunkte für absolvierte Bildungsmaßnahmen zu sammeln. Digitale Formate werden dabei grundsätzlich nicht schlechter bewertet als Präsenzformate.

Wichtig: Keine dieser Bezeichnungen ist ein allgemeines Qualitätssiegel für jede Online-Fortbildung. Entscheidend ist, was konkret zugelassen, zertifiziert oder anerkannt wurde.

Faktencheck

So erkennst Du seriöse Anbieter

Vor der Anmeldung zu einer digitalen Fort- oder Weiterbildung lohnt sich ein kurzer Blick auf folgende Fragen:

  • Werden konkrete Unterrichtseinheiten oder Stunden bescheinigt?
  • Ist der Anbieter beziehungsweise die konkrete Maßnahme entsprechend zugelassen?
  • Werden Lerninhalte und Lernziele transparent dargestellt?
  • Gibt es eine dokumentierte Teilnahme oder Lernerfolgskontrolle?
  • Werden gegebenenfalls RbP-Fortbildungspunkte ausgewiesen?
  • Ist klar, wofür das Zertifikat tatsächlich verwendet werden kann?
  • Passt die konkrete Fortbildung zu den Anforderungen meines Berufs bzw. meiner zuständigen Stelle?

Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Eine hochwertige Weiterbildung ist nicht automatisch für jeden Zweck die richtige Weiterbildung.

Digitale Weiterbildung mit nachvollziehbaren Standards

Genau an diesem Punkt setzen wir als AUDITORIUM® südwestfalen mit unserem Weiterbildungsangebot an.

Unser Institut bietet digitale Fort- und Weiterbildungen für unterschiedliche Bereiche des Gesundheits- und Sozialwesens an. Je nach Weiterbildung kommen dabei Online-Lernmaterialien, Videos, digitale Vertiefungsseminare und digitale Prüfungen zum Einsatz. Bei einer Weiterbildung zur Praxisanleitung werden beispielsweise insgesamt 478 Stunden bescheinigt, digitale Vertiefungsseminare durchgeführt und nach erfolgreichem Abschluss 40 RbP-Fortbildungspunkte ausgewiesen. Auch die jährlichen Pflichtfortbildungen für Praxisanleiter werden digital durchgeführt. Wir bescheinigen hierfür 24 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.

Damit wird eines deutlich: Die Digitalisierung des Lernens bedeutet nicht automatisch eine Absenkung der Anforderungen. Entscheidend ist, wie eine Weiterbildung konzipiert ist und welche Standards sie erfüllt.

Fazit: Online-Weiterbildung in der Pflege ist keine Zeitverschwendung

Fort- und Weiterbildungen in der Pflege müssen nicht in einem Seminarraum stattfinden, um seriös und anerkannt zu sein. Gerade bei Pflichtfortbildungen zeigt sich, dass digitale Formate längst Bestandteil professioneller Weiterbildung sind. Für Praxisanleiter ist eine vollständig digitale jährliche Fortbildung gesetzlich ausdrücklich vorgesehen. Auch die Registrierung beruflich Pflegender stellt digitale Fortbildungsformate den entsprechenden Präsenzformaten gleich.

Trotzdem sollte man bei der Auswahl genau hinsehen. „Online“ allein ist noch kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend sind ein klarer Weiterbildungsumfang, fachlich fundierte Inhalte, qualifizierte Lehrkräfte, eine nachvollziehbare Dokumentation und die jeweils passende Anerkennung oder Zulassung. Entscheidend ist, was Du lernst, wie professionell die Fortbildung oder Weiterbildung aufgebaut ist und welchen anerkannten Nachweis Du am Ende in der Hand hältst.

Wer diese Punkte berücksichtigt, kann mit einer Online-Fortbildung bzw. einer Online-Weiterbildung Zeit sparen, den eigenen Berufsalltag besser organisieren und trotzdem auf eine qualifizierte Weiterbildung setzen.